Absage des Berliner Senats an Circus Voyage

Keine Flächenvermietung an Zirkus mit Wildtieren – PETA begrüßt tierfreundliche Entscheidung

 

Klare Absage an Tierquälerei: Der Berliner Senat erteilte Circus Voyage keine Genehmigung für das diesjährige Weihnachtsgastspiel auf dem Parkplatz vor dem Berliner Olympiastadion. Nachdem der Wildtierzirkus 24 Jahre lang als Weihnachtszirkus auf der Fläche gastierte, untersagte die Innenverwaltung die Veranstaltung nun aus Tierschutzgründen. Einem Medienbericht zufolge richte sich die Entscheidung laut Innensenator Andreas Geisel nicht gegen den Zirkus, sondern „dagegen, dass dort Wildtiere gehalten werden.Die Tierrechtsorganisation PETA begrüßt den vorbildlichen Beschluss.

 

Mit der Entscheidung, keine Zirkusse mit Wildtieren zu dulden, setzt der Berliner Senat ein deutliches Zeichen. Wir hoffen, dass auch das dringend notwendige, bundesweite Verbot nicht länger auf sich warten lässt, um die Tierquälerei im Zirkus hierzulande zu beenden“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

 

PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation hatte die Berliner Landesregierung in der Vergangenheit gebeten, künftig keine öffentlichen Flächen mehr an Zirkusbetriebe zu vermieten, die Wildtiere mitführen, und zudem eine Petition gestartet.

 

Gravierende Tierschutzverstöße bei Circus Voyage
Circus Voyage führt exotische Tierarten wie Elefanten, Giraffen und ein Flusspferd mit. Bei einem Gastspiel in Berlin im Mai 2017 kam es zu einem Zwischenfall, als der Zirkus eine veterinäramtliche Kontrolle verweigerte: Ein Berliner Amtsveterinär und ein Polizist wurden während einer Kontrolle von einem ungesicherten Wachhund des Zirkus gebissen; der Amtsveterinär wurde im Krankenhaus behandelt. Die Polizei hatte die Kontrolle begleitet, da das Veterinäramt bei vorherigen Kontrollen mehrere gravierende Tierschutzverstöße festgestellt hatte und der Zirkus behördliche Nachkontrollen verweigerte. Das Veterinäramt hatte Mängel in der Elefanten-, Giraffen-, Pferde- und Gänsehaltung dokumentiert.
 

Deutschland Schlusslicht beim Schutz von Tieren im Zirkus

Immer mehr Städte setzen ein Zeichen für den Tierschutz. So haben unter anderem Karlsruhe, Ingolstadt, Düsseldorf und Stuttgart ein kommunales Wildtierverbot beschlossen. In 27 europäischen Ländern, darunter beispielsweise Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus nicht mehr erlaubt.  Auch der deutsche Bundesrat forderte 2016 bereits zum dritten Mal ein Verbot von Wildtieren im Zirkus und begründete in seinem Entschließungsantrag detailliert, warum sie in Zirkussen erheblichem Leid ausgesetzt sind – unabhängig vom jeweiligen Betrieb. Vor diesem Hintergrund kritisiert PETA insbesondere die CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ihre Zustimmung zu einem Wildtierverbot verweigert. Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer sowie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. 

 

Tiere leiden im Zirkus

PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Die Haltung und Zurschaustellung sind für sie alle untrennbar mit Leid verbunden. Die ständigen Transporte, die viel zu kleinen Gehege und eine Dressur, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt ist, führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Wildtierverbot-Berlin 
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus
PETA.de/Wildtierdressur

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