Elefantenleid im Zoologischen Garten und Tierpark Berlin

PETA fordert von Kulturverwaltung und Oberbürgermeister Michael Müller Umstellung auf „geschützten Kontakt“

Berlin/Stuttgart, 23. Mai 2018 –Einsatz des Elefantenhakens beenden: PETA deckte im vergangenen Jahr massive Elefantenquälereien im Zoo Hannover auf. Doch noch immer hältknapp die Hälfte der deutschen Zoos mit Elefantenhaltung die Tiere im „direkten Kontakt“ – auch der Zoologische Garten und der Tierpark Berlin. Dabei „kontrollieren“ Wärterdie Elefanten mit dem Elefantenhaken, einem Stock mit einem spitzen Metallhaken. Auf diese Weise setzen sie die sensiblen Tiere enormem psychischen Stress aus und fügen ihnen unweigerlich Schmerzen zu.PETA appelliert nun in einem Schreiben an Oberbürgermeister Michael Müller und die Kulturverwaltungsstelle der StadtBerlin sowie an fünf weitere städtische Zoos, die Haltung schnellstmöglich auf den „geschützten Kontakt“ umzustellen, derbereits weltweit in zahlreichen Zoos angewandt wird. Bei dieser Methode befindet sich zum gegenseitigen Schutz ein Gitter zwischen Tier und Wärter. Die Tierrechtsorganisation fordert zudem langfristig ein Ende der Elefantenhaltung in Zoos.

„Elefanten im ‚direkten Kontakt‘ zu halten bedeutet nichts anderes, als sie gewaltsam zu unterwerfen“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Der Zoologische Garten und der Tierpark Berlin sollten diese auf Angst und Zwang basierende Haltungsmethode zum Wohl der Elefanten zeitnah auf den ‚geschützten Kontakt‘ umstellen; letztendlich kann es jedoch nur eine tierfreundliche Maßnahme geben: die Elefantenhaltung ganz auslaufen zu lassen.“

PETA veröffentlichte im vergangenen Jahr Videoaufnahmen,die zeigen, wie Elefantenbabys im Zoo Hannover mit dem Elefantenhaken brutal bestraft werden, wenn sie nicht gehorchen. Aber auch in anderen deutschen Zoos werden Elefanten weiterhin misshandelt. Der amerikanische Zooverband AZA hat bereits 2012 mit Wirkung ab 2014 seine Mitgliedzoos verpflichtet, auf den„geschützten Kontakt“umzusteigen. Im US-Bundesstaat Kalifornien ist der Einsatz des Elefantenhakens in Zirkussen und Zoos seit2018 gänzlich verboten. In Deutschland praktizieren beispielsweise die Zoos in Köln, Heidelberg oder Münster bereits den „geschützten Kontakt“. Einrichtungen wie die Zoosund Tierparks in Leipzig, Hannover, Hamburg, Neunkirchen, Wuppertal, Karlsruhe, Cottbus, Stuttgartsowie teilweise der Zoologische Garten und Tierpark in Berlin halten jedoch weiterhin an der tierquälerischen Methode fest.

Aufgrund des „direkten Kontakts“ zählt der Beruf des Elefantenwärters zu den gefährlichsten überhaupt: Seit 1982 wurden 90 Angriffe durch Elefanten in Zoos bekannt, infolge derer 40 Menschen starben und mehr als 50 Personen verletzt wurden, 20 von ihnen schwer. Allein in den vergangenen zehn Jahren gab es 17 Todesfälle, bei denen es sich überwiegend um Pfleger handelte [1, 2].

PETA spricht sich grundsätzlich gegen die Elefantenhaltung in Zoos aus, da diese unabhängig von der Haltungsform nicht artgerecht möglich ist. In der Natur leben Elefanten in stabilen Sozialverbänden, wandern täglich viele Kilometer und erleben eine Vielzahl von Umweltreizen. Der Zooalltag hingegen ist geprägt von Bewegungsmangel, Beschäftigungslosigkeit und zerstörten Sozialstrukturen. Viele Elefanten in Zoos leiden unter schweren Verhaltensstörungen, was sich unter anderem im sogenannten Weben äußert, bei dem die Tiere mit Kopf und Körper hin und her schwanken. Das unnatürlich lange Stehen verursacht Fuß- und Gelenkerkrankungen; Stress und Fettleibigkeit sind die Hauptgründe dafür, dass Elefanten im Zoo durchschnittlich deutlich früher sterben als ihre Artgenossen in freier Natur.

Im Zoo geborene Elefanten werden nicht ausgewildert. Vielmehr importieren Zoos auch heute noch sogenannte Wildfänge und tragen so zu ihrem Aussterben in der Natur bei. PETA fordert ein Nachzucht- und Importverbot für diese Tiere in Zoos, damit die Haltungen mittelfristig auslaufen, und bittet alle Menschen, keine derartigen Einrichtungen zu besuchen.

PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um uns zu unterhalten.

[1] http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/02/Elefanten.
[2] http://www.european-elephant-group.com/files/PDF/02_unfaelle-ursachenundfakten.pdf.

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