Aug 30 2017

Elisabethaue (6)

Landschaftsschutz in der Elisabethaue

Im Juni 2017 ist von der Bürgerinitiative Elisabethaue und der Berliner Arbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. eine informative und ansprechend ausgestattete Broschüre über die Felder der Elisabethaue veröffentlicht worden. Die Vorstellung des Gebietes, der Schutz und die Pflege der Landschaft, ein Exkurs in die Geologie und die Vorstellung der Tier- und Pflanzenwelt sind eindrucksvoll illustriert und lesenswert. Die Aufgaben produzierender Landwirte und die Wirkungen von begrünten Freiflächen auf das Stadtklima werden überzeugend vorgestellt.
Den Vorteilen der grünen und blühenden Landschaft vor den Toren der Stadt steht nach 85 jähriger Belastung der Böden mit Abwasser und Klärschlamm auch noch 2017 die Anreicherung mit Schadstoffen gegenüber. Noch immer sind die Böden, Pflanzen und Tiere unterschiedlich stark mit organischen und mineralischen Abwasserbegleitstoffen angereichert. Es gehört zur Beschreibung einer Landschaft, dass auch die Gesundheit der Pflanzen- und Tierwelt und die gesetzlichen Grenzen der Nutzung vorgestellt werden. Im Gegensatz zur Darstellung in der genannten Broschüre ist die „chemische Verschmutzung“ der Rieselfeldböden sehr wohl bekannt (siehe S. 41). Diese Ergebnisse von 1969 führten zu noch heute gültigen Anbaubeschränkungen. Das Verbot des Gemüseanbaues (Salat und Spinat akkumulieren z.B. bis zum Zehnfachen des Gehaltes der Böden auf denen sie gewachsen sind) gilt auch weiterhin. Tierhalter und Jäger müssen beachten, dass nach wie vor die tierischen Filterorgane (Lebern und Nieren) nicht in den Handel gebracht werden dürfen. Darüber muss man die Leser informieren. Auch die Anlage von Sport- und Freizeitflächen erfordert die Bodenuntersuchung nach den gültigen Grenzwerten.
Die Nutzung ehemaliger Rieselflächen setzt ausreichende Kenntnisse zur Schadstoffbelastung und Wissen zur Wirkung derselben voraus. Der Schutz und das notwendige Verhalten der Menschen auf den belasteten Böden der Elisabethaue und anderer Rieselfelder werden weiterhin in der Dorfzeitung beschrieben.

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