Grausame Anatomieübungen an Mäusen in der Humboldt-Universität

Tod an der Hochschule: PETA kritisiert die Humboldt-Universität zu Berlin für grausame Anatomieübungen an Mäusen im Biologiestudium

Berlin / Stuttgart, 23. April 2018 – Sterben für Studenten: Wie ein Whistleblower der Tierrechtsorganisation PETA mitteilte, müssen Studierende der Biologie im dritten Semester im Kurs „Morphologie und Evolution der Tiere“ an der Humboldt-Universität zu Berlin Mäuse sezieren.

Zur Untermauerung der Information wurden PETA Fotos zugespielt, die eine mit Nägeln festgesteckte, aufgeschnittene Maus zeigen. Laut den PETA vorliegenden Angaben werden die Tiere ausschließlich zum Zweck der Sezierung gezüchtet und nach ihrem Tod achtlos in Eimern entsorgt. PETA hält diese Lehrmethode ethisch und didaktisch für nicht vertretbar. Die Tierrechtsorganisation hat den Kursleiter daher angeschrieben und gebeten, auf tierfreie Lehrmethoden umzusteigen. PETA appelliert an die Hochschule, Tiere als Übungsobjekte gänzlich vom Lehrplan zu streichen und eine Lehre ohne Leid und Tod anzubieten.

„Mäuse haben ihr eigenes spannendes Leben und sind keine Übungsobjekte für Studierende“, so Dr. Tanja Breining, Biologin und Fachreferentin bei PETA. „In Anbetracht der zahlreichen tierfreien Lehrmethoden, die verfügbar sind, appellieren wir an die Humboldt-Universität, moderne und ethisch vertretbare Verfahren einzusetzen.“

Die Motivation für ein Studium der Biologie ist bei den meisten Studierenden das Interesse an der Natur und ihren Lebewesen. Doch schon zu Beginn des Studiums müssen viele junge Menschen unter Gewissensbissen Tiere sezieren. Dabei stehen den Universitäten für die Ausbildung von Biologen, Medizinern und Tiermedizinern zahlreiche tierfreie Alternativen zur Verfügung, die tausenden von empfindungsfähigen Tieren qualvolles Leid und den Tod ersparen könnten. Für Studiengänge wie Biologie oder Veterinärmedizin beispielsweise gibt es Modelle und Simulatoren, an denen Studierende ihre Fertigkeiten verbessern und Vorgänge beliebig oft wiederholen können. Angesichts der zahlreichen Möglichkeiten zur Etablierung einer fortschrittlichen und tierversuchsfreien Lehre muss in Zeiten von Computersimulationen, 3-D-Modellen und anderen Alternativmethoden kein Tier für Ausbildungszwecke leiden und sterben.

Moderne Methoden für eine tierleidfreie Forschung

Bei tierfreien Methoden arbeiten Studierende beispielsweise mit interaktiven Computerprogrammen, mit digitalen Sektionssimulationen, mit Bildern und Videos, mit Tieren, die eines natürlichen Todes gestorben sind, oder mit plastinierten Modellen. Simulationen haben den Vorteil, dass sie beliebig oft genutzt werden können und günstiger sind. Videos und Bilder lassen sich digital verbessern und vergrößern, sodass auch kleinste Details erkennbar sind. Millionen Studierende können sie ansehen, ohne einem einzigen Tier Schaden zuzufügen. Ein Beispiel ist die iPad App Virtual Rat Dissection, die von PETA USA entwickelt und mit dem Mark Twain Ethical Science Award ausgezeichnet wurde. Die App ermöglicht eine Sezierung auf dem iPad-Screen, sodass Anatomie und Morphologie einer Ratte studiert und Organe in 3-D manipuliert werden können. Viele Softwareprogramme enthalten Module, die erläutern, wie der Körper funktioniert, und beinhalten direkte anatomische Vergleichsmodelle und Informationen über Ökologie und Verhalten – nichts davon kann durch Sezieren eines Tieres gelehrt werden. Zudem empfinden viele Studierende den Anblick eines toten Körpers so verstörend, dass es ihnen schwerfällt, sich auf die Anatomie zu konzentrieren. PETAs Forderung an die Universitäten und Wissenschaftsministerien aller Bundesländer lautet, den Studierenden eine Lehre ohne  Tierversuche und Tierverbrauch zu ermöglichen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

Weitere Informationen
PETA.de/Tierversuche

Studieren-ohne-Tierversuche

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.