Kritik an neuen Planungen für Ankunftszentrum in Wittenau

Der rot-rot-grüne Senat hat überraschend entschieden, dass die bisher im Flughafen Tempelhof untergebrachten Geflüchteten in den kommenden Wochen in die Sternenhäuser auf dem Gelände der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN) einziehen sollen. Insgesamt will der Senat im geplanten Ankunftszentrum bis zu 600 Geflüchtete unterbringen – knapp 200 mehr als bislang angekündigt. Da die Sternenhäuser damit nicht wie ursprünglich angedacht vor dem Bau einer modularen Unterkunft leer gezogen und abgerissen, wird sich der auf den freiwerdenden Flächen vorgesehene Wohnungsbau um voraussichtlich zwei Jahre verzögern.

„Kurz vor dem Jahresende möchte es sich die Integrationssenatorin Breitenbach offenbar noch einmal mit allen verscherzen“, kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Tobias Siesmayer die neue Situation. „Die Mitarbeiter und Bewohner des Ankunftszentrums müssen innerhalb weniger Wochen erst nach Spandau, dann nach Reinickendorf ziehen, die Anwohner werden nur drei Wochen nach der lange geforderten Informationsveranstaltung des Senats vor neue Tatsachen gestellt und für Menschen auf Wohnungssuche verschiebt sich der Neubau auf dem KaBoN-Gelände um Jahre nach hinten. Eine Erklärung, welchen Vorteil diese Hauruck-Aktion gegenüber den vielen Nachteilen hat, bleibt die Senatorin leider schuldig.“

Der CDU-Sprecher für Integrationspolitik und Wittenauer Bezirksverordnete Björn Wohlert sagt dazu:

„Die Zahl der Geflüchteten steigt damit wieder deutlich zu Lasten der bereits überlasteten sozialen Infrastruktur im Ortsteil Wittenau. Der Senat verzögert abermals die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für alle Bevölkerungsgruppen und damit auch eine dezentrale Unterbringung der tatsächlich bleiberechtigten Flüchtlinge. Mit dem aktuellen Vorgehen ohne ausreichende Beteiligung und Information der Bürger verspielt der Senat außerdem die ohnehin geringe restliche Akzeptanz in der Wittenauer Bevölkerung. So wird die Integration von Flüchtlingen in Reinickendorf zunehmend erschwert.“

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