Leise Situationen sind im Alltag selten

Am Tag gegen Lärm eigene Ruheinseln schaffen

Berlin, 20.04.2018 „Laut war gestern“ – unter diesem Motto steht der diesjährige internationale Tag gegen Lärm am Mittwoch, 25. April. Diesem Motto kann sich Angela Prignitz von Geers in Berlin nur anschließen. Sie ruft am Tag gegen Lärm dazu auf, sich leise Momente im Alltag einmal besonders bewusst zu machen. Als Hörakustik-Meisterin ist sie bei der Arbeit häufig mit den Folgen von zu viel Lärm konfrontiert. „Uns fällt kaum noch auf, dass wir eigentlich den ganzen Tag von vielen kleinen und größeren Lärmquellen umgeben sind. Gleichzeitig gönnen wir uns kaum noch Erholung durch Ruhezeiten. Aber irgendwann ist es für den Körper einfach zu viel“, so Prignitz.

Die meisten Menschen haben sich bereits an einen allgegenwärtigen Lärmteppich gewöhnt. Beim Sport draußen oder im Fitness-Center, in Gaststätten und Restaurants, selbst in vielen Kaufhäusern und Einkaufszentren wird zu den ohnehin existierenden Hintergrundgeräuschen noch Musik eingespielt. Nicht einmal in einer Fußgängerzone ohne Autos und Verkehr ist es ruhig. „Ständige Geräusche machen dem Körper Stress“, erklärt Angela Prignitz. Und sie belasten das Gehör – unabhängig davon, ob und wie sie wahrgenommen werden. Für das Gehör zählt nur der Druck, den Lärm ausübt. Prignitz beobachtet einen Trend: Immer mehr Menschen hinterlegen Momente, die früher ruhig waren, mit Musik. Beim Sporttreiben, Essenkochen oder Spazieren sind Kopfhörer keine Seltenheit mehr. „So berauben wir uns selbst unserer Ruhezeiten“, so die Hörakustik-Meisterin weiter.

Ab einer Lautstärke von 75 Dezibel wird das Herz-Kreislaufsystem vom Lärm gestresst. Diese Lautstärke erreichen zum Beispiel schon Staubsauger oder normal befahrene Straßen. Ab 85 Dezibel ist bei einer Dauerbelastung ein Hörschaden kaum noch zu vermeiden. Darum ist ab diesem Wert im Arbeitsleben Gehörschutz vorgeschrieben. Musikinstrumente wie Trompeten, sehr lautes Schnarchen oder die Stimmung in einem Festzelt liegen schnell über diesem Grenzwert. Je lauter ein Geräusch, desto schneller tritt ein Hörschaden auf. Bei über 100 Dezibel reichen dafür schon wenige Minuten in dieser lärmigen Umgebung aus.

In Ruhe erholt sich das Gehör

Trotz dieser Gefahren hat Angela Prignitz auch eine gute Nachricht: Das Gehör ist ein leistungsfähiges Organ und kann sich nach zu viel Lärm wieder erholen. Doch dafür braucht es Ruhe. Am Tag gegen Lärm wünscht sich Prignitz, dass möglichst viele Menschen in Berlin nach Ruheinseln in ihrem Lärmalltag suchen, um dem Gehör einen Ausgleich zu bieten.

Wenn sich Lärm nicht vermeiden lässt, hilft Gehörschutz. Er dämpft den Schalldruck. Weil mit entsprechenden Filtern Sprache verständlich bleibt, setzt sich Gehörschutz besonders in der Arbeitswelt immer weiter durch. Auch Musiker schätzen den Klanggenuss mit reduzierter Lautstärke. Die Kombination aus Schutz und Ruhephase ist für Angela Prignitz die beste Kombination für das Gehör.

Der Tag gegen Lärm macht bereits zum 21. Mal weltweit auf die Folgen von Lärm aufmerksam.

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