Okt 26 2016

Meike´s Meinung November 2016

Gehen Sie mal in ein Fitnessstudio! Haben Sie sich die Foltergeräte dort angesehen? Wie sich Menschen dort quälen, jeder alleine, alles Autisten? Haben Sie mal dort ein Gruppentraining mitgemacht? „Weiter, weiter, halten, noch mehr, es muss weh tun!“ brüllt Sie der Trainer an. Freiwillig gehen Menschen dorthin und lassen sich quälen, quälen sich selber. Wo bleibt da die Lust? Oder ist es die Lust sich selbst zu quälen? Das nennt man Masochismus. Das Gegenstück den Sadismus präsentieren die Trainer. Bildet dieser Mikrokosmos Fitnessstudio unsere Gesellschaft ab? Draußen die Chefs die Sadisten, die von den Arbeitnehmern immer höhere, bessere Leistungen verlangen – dazu die Arbeitnehmer, die sich mühen bis zum Burnout? Auch die nächste größere Einheiten, die Firma, der Konzern funktionieren so. Expansion, Leistungssteigerung, Erfolg ist, wenn das Jahresergebnis über dem Ergebnis des letzten Jahres liegt. Mal ganz abgesehen davon, dass in einem geschlossenen System, wie es unser Globus ist, ständige Expansion nur auf Kosten anderer möglich ist, wo bleibt da die Lebensqualität, der Genuss? Macht es Sinn sein Dasein in den Dienst der Gier nach immer mehr, größeren Autos, noch mehr Schuhen etc zu stellen? Noch schlimmer, macht es Sinn sein Dasein der Gier anderer, der Chefs, der Konzerne zu opfern? Das industrielle Zeitalter ist vorbei und auch das Kaiserreich. Die Verleugnung eigener Bedürfnisse zu Gunsten eines Mehr an Produktion, zu Gunsten eines Herrschers ist nicht mehr erforderlich. Wir sind angekommen und könnten uns in dieser Wohlstandgesellschaft um uns selber kümmern. Was jetzt Fitnessstudio heißt könnte sich dann ein zu einem Angebot für Bewegung, verbunden mit Zärtlichkeit und Kommunikation entwickeln.

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