PETA-Plakat über Leid der Orcas im Loro Parque auf Teneriffa zerstört:

Tierrechtsorganisation setzt 1.000 Euro Belohnung aus

Teneriffa / Stuttgart, 6. März 2018 – Kritik an Orca-Gefangenschaft unerwünscht: PETA macht auf die tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen von Orcas im spanischen Loro Parque aufmerksam. Seit dem 26. Februar ermahnt ein Plakat der Tierrechtsorganisation auf Teneriffa, den im Norden der Insel gelegenen Tierpark zu meiden. Die Botschaft: „Orcas leiden in Gefangenschaft. Bitte unterstützen Sie den Loro Parque nicht“. Bereits nach zwei Tagen zerstörten Unbekannte das Plakat. PETA setzt nun eine Belohnung über 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen.
„Touristen und Anwohner haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie die Orca-Dame Morgan und ihre Artgenossen im Loro Parque leiden“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Meerestiere bei PETA. „Die Zerstörung des Plakats zeigt, dass der Loro Parque die Verbreitung der Wahrheit fürchtet. Aus Profitgründen werden intelligente Tiere eingesperrt und zu Clowns degradiert. Dabei ist das Leid nicht zu übersehen: Die abgeknickte Rückenflosse, abgekaute Zähne und Wunden, die sie sich gegenseitig zufügen, sind nur einige Folgen des Lebens in Gefangenschaft.“

Orcas gehören ins Meer, nicht in karge Betonbecken. Die Orcas im Loro Parque bewegen sich häufig lustlos und treiben oft gelangweilt an der Wasseroberfläche, sodass auch die Rückenflosse der männlichen Tiere abgeknickt ist, während sie in der Natur bis zu zwei Meter in die Höhe ragt. Viele Orcas im Loro Parque haben abgenutzte und kaputte Zähne, weil die intelligenten Tiere aus Langeweile und Frust an den Beckenwänden kauen.

Auch Orca-Dame Morgan wird im Loro Parque zu Kunststücken gezwungen. Sie wurde in Freiheit geboren und sollte nach einer Rehabilitationszeit wieder freigelassen werden, nachdem sie entkräftet an der niederländischen Küste aufgegriffen wurde. Wissenschaftler haben Mitglieder ihrer Familie ausfindig gemacht, zu der sie zurückgebracht werden könnte, doch der Loro Parque nutzt Morgan als Zuchttier. Hier lebt sie mit fünf weiteren Orcas in engen, kahlen Becken und wird von Artgenossen attackiert. Sie zeigt stereotype Verhaltensweisen, zum Beispiel hämmert sie ihren Kopf immer wieder gegen das Stahltor und sprang in der Vergangenheit wiederholt aus dem Becken, um sich vor den Angriffen eines Artgenossen zu schützen.

Ein Unterhaltungspark kann die Bedürfnisse von Orcas nicht erfüllen. In Freiheit legen die Meeressäuger täglich mehr als 150 Kilometer zurück, leben in komplexen Familienverbänden, jagen gemeinsam und erkunden eine reiche Flora und Fauna.

PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um uns zu unterhalten.

Die Tierrechtsorganisation fordert, dass der Loro Parque alle Schwertwale unverzüglich an betreute Meeresbuchten überstellt – dieses Vorhaben unterstützen auch Experten wie The Whale Sanctuary Project. Dort könnten die Tiere ihr restliches Leben unter naturnahen Bedingungen verbringen. Das National Aquarium in Baltimore (USA) geht mit gutem Beispiel voran: Seine acht Delfine sollen bis 2020 in eine betreute Meeresbucht umziehen. Der Geschäftsführer des Aquariums, John Racanelli, sagte dazu: „Diese Delfinauffangstation zu errichten, ist der richtige Schritt und die Zeit dafür ist genau jetzt reif.“ Eine vergleichbare Auffangstation soll auch in diesem Jahr für Delfine auf der griechischen Insel Lipsi entstehen.

Weitere Informationen

PETA.de/Loro-Parque

PETA.de/Morgan
PETA.de/Delfinarien

Seaworldofhurt.com
Ric O’Barry über den Loro Parque: https://www.youtube.com/watch?v=9oda5fI8wpg

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