Stauf´s Kolumne August 2018

Liebe Leser, wie Sie sicherlich wissen, wurden im sog. Dritten Reich den Eltern ihre Kinder weggenommen, wenn sie sich mit friedlichen Mitteln gegen das totalitäre Systems aufgelehnt hatten und dafür ins Gefängnis oder KZ geworfen wurden. Die Kinder kamen dann meistens in Heime. Gleiches geschah auch in der DDR nach einer misslungenen „Republikflucht“.
Wie unmenschlich, wie barbarisch war das denn? Und wieviel Leid haben NSDAP und SED mit ihrer Politik auch in dieser Hinsicht zu verantworten gehabt?
Man sollte doch annehmen, dass heute solche Praktiken zumindest in Staaten der westlichen Welt tabu sind. Weit gefehlt. Nach neuesten Berichten ist es ausgerechnet in den USA seit der Verschärfung der Einwanderungspolitik durch Präsident Trump gängige Praxis, illegal Eingewanderten die Kinder, viele auch unter vier Jahren, wegzunehmen und sie „irgendwo zu verwahren“, während man die Eltern in die Gefängnisse steckt. So wurden von Anfang Mai bis Anfang Juni diesen Jahres schon über 2.300 Kinder von ihren Eltern getrennt. Kaum zu glauben, aber vom Weißen Haus bestätigt. Angeblich bleiben den Grenzbehörden nur zwei Möglichkeiten, dem Einwanderungsproblem Herr zu werden: Die illegalen Migranten abzufangen und zu bestrafen oder sie einreisen zu lassen. Die dritte doch sehr naheliegende Option, die Migranten (mit ihren Kindern) einfach zurückzuschicken, scheint wohl nicht erwünscht zu sein. Dazu betonte die Heimatschutzministerin Nielsen, dass sich die amerikanische Regierung für ihre Arbeit nicht entschuldigen werde. Nun denn, für den Genozid an den indianischen Ureinwohnern und für die Verbrechen an den ins Land verschleppten afrikanischen Sklaven haben sich die USA auch nicht wirklich entschuldigt, geschweige denn Wiedergutmachung geleistet. Warum sollten sie denn jetzt auf einmal Einsicht zeigen … ?
Herzlichst IHR Ulrich Stauf

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