Stauf´s Kolumne September 2018

Mesut Özils Austritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat Wellen geschlagen und mit seiner Begründung, dass er Rassismus erlitt, erlangte er höchste Aufmerksamkeit. Aber so einfach ist es nicht, denn das hätte er leicht vermeiden können. Lukas Podolkski hatte auch nie einen Hehl daraus gemacht, sich seinem Heimatland Polen sehr verbunden zu fühlen. Ist ihm das angekreidet worden? Nein! Wenn Özil selbst so sehr darauf pocht, Deutschtürke zu sein, warum hat er unsere Nationalhymne nie mitgesungen? Das fiel nun wirklich auf und wurde bis dato auch nur unter der Hand als „Problem“ gesehen. Hat er etwa, wie vereinzelt als Rechtfertigung auf diesen Vorwurf behauptet wird, gebetet? Özil ist Muslim und jeder Muslim betet mit auf den Boden gesenktem Blick. Hat er das so gemacht? Nein! So wie ich es einschätze und so wie Özil sich auch über seinen Besuch bei Erdogan geäußert hat, schlagen in seiner Brust zwei Nationalitäten, und er hat sich nun durch Ablichtung mit „seinem Präsidenten“ (endgültig) zur türkischen bekannt, ein Präsident, der im Übrigen vor nicht langer Zeit deutsche Politiker als Nazis beschimpft hatte. Nicht mehr und nicht weniger ist passiert. Und ist das jetzt eine Katastrophe nationalen Ausmaßes? So etwas passiert hier doch jeden Tag. Immer wieder wird das deutlich, z.B. wenn Hochzeiten so gefeiert werden, dass auf den Hochzeitswagen übergroße türkische Flaggen gespannt sind. Welch anderer Schluss ist denn daraus zu ziehen? Mit gelungener Integration hat ein solches Verhalten wirklich nicht viel gemein, wobei die Gründe, warum sie in vielen, nicht in allen Fällen fehl geschlagen ist, vielfältig sind. Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.
Herzlichst
IHR Ulrich Stauf

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