Versprechen gebrochen: Obi verkauft weiterhin Tiere in Baumärkten

Tiere vegetieren inmitten ihrer eigenen Ausscheidungen vor sich hin. / © PETA

PETA kündigt große Kampagne an und protestiert vor Konzernzentrale in Wermelskirchen / Mittwoch, 6. Juni 2018, 15:30 Uhr

Wermelskirchen/Stuttgart, 15. Mai 2018 – PETA deckte 2015 und 2016 auf, dass ein großer Teil der im Fachhandel verkauften Heimtiere aus tierquälerischen Zuchtanlagen stammt. Auch die Baumarktkette Obi bezieht Tiere von solchen Züchtern. Im August 2015 verkündete Obi unter großem Medienecho – wenige Tage nachdem eine PETA-Onlinepetition gegen den Verkauf von Kleintieren in Baumärkten innerhalb einer Woche über 50.000 Unterschriften erreichte – den unverzüglichen Ausstieg aus dem Tierverkauf. Jedoch hat Obi sein Versprechen gebrochen. Noch immer werden in den Filialen empfindliche Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse und Reptilien verkauft. Nach erfolgloser Kommunikation mit dem Unternehmen kündigt PETA nun eine neue Kampagne gegen den Tierverkauf bei Obi an. Zum Auftakt ist eine Demonstration am Mittwoch, dem 6. Juni, ab 15:30 Uhr vor der Firmenzentrale in Wermelskirchen (Nordrhein-Westfalen) geplant.

„Obi hat sich bewusst dazu entschlossen, die Öffentlichkeit mit leeren Versprechungen zu täuschen, um die Kritik am Tierverkauf erst einmal abzuschütteln. Daher werden wir nun so lange Druck auf die Baumarktkette ausüben, bis das Unternehmen seine Ankündigung umsetzt“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Empfindliche Lebewesen wie Kaninchen, Meerschweinchen und Reptilien haben zwischen Schrauben, Nägeln und Wandfarben nichts zu suchen.“

Ein großer Teil der Tiere überlebt den Transport nicht. / © PETA

Ermittler haben 2015 und 2016 aufgedeckt, dass ein großer Teil der Tiere, die in Obi-Filialen verkauft werden, aus Zuchtanlagen stammt, in denen sie unter tierquälerischen Bedingungen „produziert“ werden. Videoaufnahmen zeigen zentimeterhohe Fäkalien in den Ställen, verwesende Tierleichen und Fälle von Kannibalismus. Die Tiere wurden derart vernachlässigt, dass viele von ihnen schon in den Zuchtanlagen starben, verdursteten oder Verletzungen und Erkrankungen aufwiesen; unzählige vegetierten inmitten ihrer eigenen Ausscheidungen vor sich hin. Aufnahmen von einem deutschen Großhändler, der auch Obi zu seinen Kunden zählt, zeigen zahlreiche Reptilien, die beim Import aus dem Ausland gestorben sind.

In deutschen Haushalten leben rund 34,3 Millionen Heimtiere. PETA rät Tierfreunden, ihren neuen Mitbewohner niemals in Baumärkten wie Obi oder beim Züchter zu erwerben, sondern immer aus einem Tierheim zu adoptieren. Jeder Kauf beim Händler nimmt einem der vielen Hunderttausend sehnsüchtig wartenden Tierheimtieren die Chance auf neues Zuhause. Um PETAs Forderung für ein sofortiges Ende des Tierverkaufs bei Obi zu unterstützen, kann auf der Seite PETA.de/Obi der Aktionsaufruf an die Baumarktkette unterschrieben werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

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