Brutale Hochhaus-Kunst sorgt für Ärger in Tegel

Brutale Hochhaus-Kunst sorgt für Ärger in Tegel _webEin riesiges Kunstwerk an einer Hochhauswand in Tegel-Süd erhitzt derzeit die Gemüter von zahlreichen Anwohnern in der Neheimer Straße und Eltern der anliegenden Kita Nordwest. Die Mieter vor Ort sprechen von „depressiver Stimmung“ und „negativem Einfluss“. Eine Mutter sagt das Bild sehe aus „wie in einem Horrorfilm“. Das über 42 Meter hohe Kunstwerk zeigt eine graue Waldlandschaft, behangen mit dunkelgrau Wolken. Darin steht ein blutüberströmtes Mädchen in seiner eigenen Blutlache. Im Hintergrund ist ein aufgespießter nackter Körper zu erkennen. Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten. Genau deshalb sorgt die Darstellung der Streetart-Künstler von „Urban Nation“ nun für erheblichen Unmut und Ärger in der Nachbarschaft.

„Diese Art von Kunst hat nach Auffassung der meisten hier in einem Wohngebiet nichts zu suchen! Nur wenige Meter entfernt befindet sich eine Kita. Nebenan entsteht gerade eine Flüchtlingsunterkunft für Menschen, die zum Teil aus Angst vor dem Krieg geflohen sind. Ich finde aus diesen Gründen das Bild an diesem Ort auch unpassend“, ärgert sich Felix Schönebeck, Chef der Kiez-Initiative „I Love Tegel“.

Er traf sich mit betroffenen Anwohnern, Eltern und den Elternvertreterinnen vor Ort und wird sich nun nach Rücksprache mit allen Betroffenen gegenüber der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag für eine Lösung stark machen. „Diese Situation hätte man durch eine vorherige Befragung der Anwohner zu den Motiven vermeiden können. Jetzt ist die Gewobag am Zug und sollte gemeinsam mit den Mietern, Kindern und Eltern eine Alternative finden“ fordert Schönebeck. Im Rahmen des besagten Kunstprojekts wurden insgesamt sechs Hochhauswände in Tegel-Süd neu gestaltet, von denen bisher alle mehrheitlich gut angenommen wurden.

1 Kommentar

    • Ulrich Stauf on 1. Juli 2016 at 13:18
    • Antworten

    Warum denn etwas ändern? Das, was da gezeigt wird, ist anderswo Realität und zwar tagtägliche !!! Aber das passt natürlich nicht in die vermieften bundesdeutschen Wohnzimmer. Man sollte viel mehr auf unterdrückte Minderheiten öffentlich hinweisen. Beispielsweise auf die Palästinenser im Gazastreifen und auf der Westbank, aber das wird ja auch nicht aus anderen Gründen nicht gewollt. Erbärmlich alles … .

    Vielleicht doch besser eine Werbung, aber dann auch nicht für Dieselfahrzeuge. Passt ja auch nicht in eine saubere Wohngegend.

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