Kurzparkzone in Frohnau

Anlässlich der Einführung einer Kurzparkzone in Frohnau am 1.4.2019 spricht sich der „Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau“ für ein umfassendes Verkehrskonzept unter Einbeziehung des Umlandes aus

Der Bürgerverein in der Gartenstadt Frohnau begrü.t das Engagement des Bezirksamtes von Reinickendorf zur besseren Organisation der öffentlichen Stellplatzflächen im Frohnauer Zentrum. Der zunehmende Parkdruck an den beiden zentralen Plätzen und in den angrenzen Wohnstraßen hat in den letzten Jahren zu Belastungen für Anwohner, Geschäftsleute und Kunden geführt. Die Schaffung der Kurzparkzone ab 1. April 2019 und die Reduzierung der Zahl der dauerhaft von Pendlern belegten Stellplätze können zur besseren Erreichbarkeit der Geschäfte und zum Rückgang der Verkehrsbelastung in den Seitenstraßen beitragen. Die Regelungen zur Erlangung von Ausnahmen von der  Kurzparkbeschränkung für Anwohner und Geschäftstreibende sind nach bisheriger Bewertung sachgerecht.

Neben den zu begrü.enden Verbesserungen für die Mehrzahl der Frohnauer, sollten nach Ansicht des Bürgervereins aber die Interessen aller Bahnhofsnutzer, auch der weiter entfernt lebenden Pendler, verstärkt in den Blick genommen werden. Ein nachhaltig angelegtes Parkraumkonzept muss die unterschiedlichen Interessenlagen von Anliegern, Kunden, Lieferanten und Pendlern ausbalanciert berücksichtigen. Eine solche Regelung kann zudem nur ein Baustein in einem umfassenden Verkehrskonzept zur besseren verkehrlichen Verzahnung der nördlichen Reinickendorfer Ortsteile mit dem Umland sein.

Der Bürgerverein sieht jedoch den vorgesehenen, vollständigen Wegfall der Dauerparkplätze im Bahnhofsumfeld kritisch. Dies trifft insbesondere die Pendler aus dem Umland, die zurzeit kaum eine andere Möglichkeit zur Erreichung des Bahnhofs haben, ebenso wie die Bewohner aus den schlecht erschlossenen Randgebieten des Ortsteils, sowie die Älteren und jeden Menschen mit Einschränkungen.

Der Bürgerverein fürchtet, dass ein ersatzloser Wegfall aller längerfristigen Abstellmöglichkeiten zu einem steigenden Druck in weiter entfernten Seitenstraßen – in Richtung der benachbarten Grundschulen – führt. Pendler könnten dazu verleitet werden, mit ihren Fahrzeugen direkt über die ohnehin schon belasteten Ausfallstraßen in die Innenstadt zu fahren.

Solange Radverkehrsverbindungen und zusätzliche ÖPNV-Angebote in die weitere Umgebung nicht hinreichend ausgebaut sind, sollte nach Ansicht des Bürgervereins im Sinne guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit zumindest ein reduzierter Mindestbestand an Plätzen für Pendler in der Mitte Frohnaus gesichert werden. In den bisherigen Kurzparkzonen Tegel (Borsig-Parkhaus) und in Hermsdorf (Parkplatz Bahndamm) ist das gewährleistet.

Aufgabe der Verwaltung ist es, Stellplätze zu organisieren und problematische Dauerparknutzungen zum Schutz der Anwohner ggf. schrittweise einzuschränken oder zu verteuern. Diese sinnvollen Maßnahmen sollten aber in Abhängigkeit vom Ausbau von verkehrlichen Alternativen erfolgen, damit keine Belastungen und Verdrängungen an anderen Stellen entstehen. Wenn dieser Ausbau von Alternativen konsequent angegangen wird, können auch verstärkt Veränderungen im Verkehrsverhalten und ein Umstieg auf andere Verkehrsmittel erfolgen.

Die aktuellen Ansätze zur besseren Abstimmung zwischen den Umlandgemeinden in Verkehrsfragen werden ausdrücklich begrü.t und sollten gemeinsam mit dem Bezirk vertieft werden, um zukünftig mit einer Stimme für die Interessen des nördlichen Stadt/Umland-Bereichs sprechen zu können. Insbesondere die sich aktuell bietenden Chancen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Busanbindungen, zum schnelleren Ausbau der S-Bahnlinie 1, zur Veränderung der Tarifzonen, zur baldigen Reaktivierung der Heidekrautbahn und zu neuen Radverkehrsverbindungen sollten von Bezirk und Verflechtungsraum gemeinsam konsequent aufgegriffen und gegenüber den Landesregierungen und den Trägern der Verkehrsaufgaben durchgesetzt werden.

Ein S-Bahnhof – zumal am Stadtrand – hat auch die Aufgabe, ein Umsteigeort zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln zu sein. Dabei müssen sowohl alle Verkehrsmittel möglichst reibungslos ineinandergreifen, als auch die Belastungen für Anwohner minimiert werden.

1 Kommentar

    • F. Scheibe on 30. April 2019 at 13:17
    • Antworten

    Der Parkverkehr hat sich nun hiter der Post in den engen Fürstendamm beidseitig verlagert, was dazu führt, dass der Gegenverkehr keine Ausweichmöglichkeiten mehr hat. Es geht jetzt teilweise verzweifelt wild über die Bürgersteige. Ausserdem gibt es jetzt dort auch noch eine Buslinie. Alles ist nur noch ein einziges Chaos.
    Es müsste zumindest dringend sofort ein einseitiges absolutes Halteverbot eingerichtet werden.

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