Postmaxe August 2018

Gasthof zur Dorfaue
Das „Restaurant Dorfaue“ Alt-Heiligensee 67, entstand 1869. Damals ließ der Gastwirt August Peter den linken Teil des Gebäudes mit der Gaststube durch den Spandauer Bauunternehmer Otto Przewisinski errichten. I888 ließ er rechts den Saal für Musik- und Tanzveranstaltungen anbauen. Zu seiner Gastwirtschaft gehörte ein Laden, in dem die Dorfbewohner Schmalz, Wurst und Peitschen kaufen konnten.  Nach Peters Tod 1909 führte sein Sohn den Restaurantbetrieb weiter und ließ 1910 hinter dem Gebäude ein Nebengebäude mit Gästetoiletten, Kaffeeküche, Schweine- und Pferdestall errichten.
Die Gastwirtschaft hat sich bis heute gehalten. 1988 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Viele Jahre wurden in der Dorfaue Kroatische Speisen serviert, im Februar 2018 wurde die Dorfaue in „Trattoria Giardini del Villaggio“ umbenannt. Jetzt ist dort die italienische Küche zuhause. Gegenüber diesem Gebäude befindet sich ein kleiner Parkplatz, an dessen zur Fährstraße gelegenem Ende ein alter Maulbeerbaum zu sehen ist. König Friedrich Wilhelm I. wollte Preußen von der Einfuhr ausländischer Seide unabhängig machen und ordnete 1719 an, dass in Heiligensee – wie überall in der Mark – 16 Maulbeerbäume zu pflanzen seien, deren Laub der Seidenraupenzucht und damit der Seidenstoffproduktion in landeseigenen Spinnereien und Webereien diente. Friedrich der Große ordnete um 1750 die Vermehrung auf 76 Bäume an, um deren Pflege sich der Heiligenseer Pfarrer und der Küster zu kümmern hatten. Jedoch gingen die meisten Maulbeerbäume durch Frost, Mäusefraß oder Sturmbruch bald ein. Der heute vorhandene Baum ist aus jener Zeit übrig geblieben. Text Klaus Schlickeiser Spaziergänge in Heiligensee Ausgabe 1984.
Bis zum nächsten Mal, mehr über Heiligensee unter www.postmaxe.de
Grüße vom Elchdamm.

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